crowdhouse Investment Report | 2. Quartal 2025
crowdhouse veröffentlicht in jedem Quartal den «crowdhouse Investment Report». Die Publikation liefert eine Beurteilung der jeweils aktuellen Marktsituation...
Das Heizsystem einer Immobilie ist mehr als nur Technik: Es beeinflusst die Betriebskosten, die ökologische Bilanz und den zukünftigen Investitionsbedarf. Für Immobilieninvestoren kann die Wahl der Heizung somit einen entscheidenden Einfluss auf Rendite, Vermietbarkeit und Wertentwicklung haben. Wir haben die wesentlichen Grundlagen und Überlegungen zu verschiedenen Heizsystemen für Sie zusammengefasst.
Inhalt
Ölheizungen sind in vielen Bestandsliegenschaften der Schweiz noch immer im Einsatz. Sie bieten eine hohe Heizleistung und haben jahrzehntelang zuverlässig funktioniert. Heute gelten sie jedoch als veraltet: Die Abhängigkeit von Ölpreisen, hohe CO₂-Emissionen und kantonale Vorschriften setzen sie zunehmend unter Druck.
Gasheizungen sind vor allem in urbanen Regionen mit bestehendem Gasnetz verbreitet. Sie gelten als effizienter und platzsparender als Öl, bleiben aber fossile Energieträger. Geopolitische Abhängigkeiten und steigende Abgaben verschlechtern ihre Perspektiven.
Elektrodirektheizungen, oft in Form von Nachtspeicheröfen, waren in den 1970er- und 1980er-Jahren beliebt. Heute gelten sie als teuer und ineffizient. In vielen Kantonen dürfen sie beim Ersatz nicht mehr eingebaut werden.
Die Wärmepumpe ist heute das meistgenutzte System bei Neubauten und Sanierungen. Sie nutzt Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser und gilt als besonders effizient. Trotz höherer Investitionskosten profitieren Eigentümer langfristig von tiefen Betriebskosten.
Fernwärme wird in städtischen Gebieten zunehmend ausgebaut. Die Wärme stammt oft aus Abwärme, Holzschnitzeln oder Kehrichtverbrennungen. Für Eigentümer ist sie wartungsarm, allerdings besteht eine Abhängigkeit vom Netzbetreiber.
Holzheizungen gewinnen vor allem bei Mehrfamilienhäusern oder Überbauungen an Bedeutung. Sie nutzen regionale Ressourcen und sind CO₂-neutral im Kreislauf. Allerdings benötigen sie mehr Platz für Lagerung und regelmässigen Unterhalt.
Hybridsysteme kombinieren zwei oder mehr Energiequellen, etwa Wärmepumpe und Gas oder Solar und Pellets. Sie schaffen Flexibilität, sind aber technisch komplexer und in der Investition teurer.
Solarthermie eignet sich als Ergänzung, vor allem für Warmwasseraufbereitung. Als alleinige Heizung reicht sie in der Schweiz nicht aus, dennoch verbessert sie die Energiebilanz und steigert die Attraktivität einer Immobilie.
Heizsystem | Betriebskosten & Rendite | Nachhaltigkeit & ESG | Sanierungsdruck & Förderprogramme |
Ölheizung | Hoch, stark schwankend, belastet Nebenkosten | Sehr schlecht (hohe CO₂-Emissionen) | Starker politischer Druck, Ersatz gefördert |
Gasheizung | Moderat, abhängig von Importpreisen & CO₂-Abgaben | Mittelmässig (fossil) | Neubau-Verbot in vielen Kantonen, Förderungen beim Ersatz |
Elektroheizung | Sehr hoch, ineffizient | Sehr schlecht, hoher Stromverbrauch | Ersatz meist vorgeschrieben, Umstieg gefördert |
Wärmepumpe | Tief, effizient, steigert Attraktivität | Sehr gut, besonders mit erneuerbarem Strom | Zukunftssicher, viele Förderprogramme |
Fernwärme | Stabil, wartungsarm | Meist sehr gut (abhängig von Quelle) | Zukunftsfähig, Förderungen für Netzanschluss |
Holzheizung | Stabil, regional, platzintensiv | Sehr gut, CO₂-neutral | Positiv bewertet, breite Förderprogramme |
Hybridlösungen | Optimierte Kosten, aber hohe Investitionen | Gut bis sehr gut (abhängig von Kombination) | Förderberechtigt, technisch komplex |
Solarthermie (ergänzend) | Senkt Kosten, aber nur unterstützend | Sehr gut (erneuerbar) | Keine Pflicht, hohe Förderungen verfügbar |
Für Immobilieninvestoren ist das Heizsystem ein entscheidender Faktor: Fossile Heizungen bedeuten künftig hohe Investitionen und ESG-Risiken, während erneuerbare Systeme Rendite und Wertstabilität sichern. Wärmepumpen, Fernwärme oder Holzheizungen bieten langfristig die besten Perspektiven – auch dank attraktiver Förderprogramme.
Empfehlung: Das Heizsystem sollte bei jedem Immobilieninvestment Teil der Due Diligence sein. Wer auf nachhaltige Systeme setzt, profitiert doppelt: durch tiefere Kosten und durch eine höhere Attraktivität der Liegenschaft.